RRRRRRRRing - der wecker haut dich aus den Bett! Du quälst dich aus den warmen Federn und rein in die klammen Klamotten und Boots. Als die Tür hinter dir ins Schloss fällt, stehst du plötzlich in der Dunkelheit. Langsam zieht das Morgengrauen am Horizont auf. Die Luft, die du in dich aufsaugst, ist klar und kalt. Noch schlaftrunken machst du dich auf den Weg.
Ungeahnte Sehnsüchte erobern dein Bewusstsein und vernebeln jeden klaren Gedanken. Du weist nicht was es ist: ein Gefühl, das dich vereinnahmt und ziellos umherstreuen lässt, wie einen Heimatlosen. Aus dem selbstzufriedenen Sunnyboy der vergangenen Sommermonaten ist ein ruheloser Jäger geworden. Du riechst es, du spürst, dass etwas in der Luft liegt. Du hast die Witterung aufegenommen und es hat ganz und gar von dir Besitz ergriffen. Ein Blick in die Ferne und du siehst: die rauen berggipfel umhüllt ein verheißungsvoller, weißer Schleier.
Tausend Gedanken schießen zugleich durch deinen Kopf. Du hörst das Klicken der Bindung, du drückst dich ab und gleitest in das weiße Nichts. Plötzlich ist es still um dich herum - du bist wie taub und schwerelos zugleich. Im Auge des Sturms. Dann tauchst du aus der Powderwolke auf , und schießt auf das offene Feld und setzt den nächsten Turn, der dich abermals schweben lässt. du vergisst alles um dich herumund atmest tief ein. Im nächsten Moment stehst du im Tal und beginnst sofort mit dem Aufstieg. Dir ist klar; du wirst es wieder tun, immer und immer wieder.
Joe Beckert
Quelle: Playboard/ Seite 10
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen